Teilprojekte des Projektbereichs B

TP B01 || / Antje Flüchter personensuche-Icon / Christina Brauner personensuche-Icon
Ordnung in der Vielfalt: Vergleichspraktiken in interkultureller Rechtsprechung (17. - 19. Jahrhundert)

Das Teilprojekt untersucht anhand von Rechtsprechung in frühneuzeitlichen Kontaktzonen, wie Vergleichspraktiken im Kulturkontakt vollzogen, verändert und von verschiedenen Akteuren angeeignet wurden. Das Feld der Jurisdiktion kann dabei in besonderem Maße Aufschluss geben über Interdependenzen zwischen sozialer Dynamik und Praktiken des Vergleichens, etwa in Bezug auf die Formation neuer Gruppen wie Konvertiten und Nachkommen aus gemischten Beziehungen. Es werden zwei Fallstudien angefertigt, zum einen zum indischen Pondichéry, zum anderen zu Elmina im heutigen Ghana.

TP B02 || Olaf Kaltmeier personensuche-Icon / Wilfried Raussert personensuche-Icon
Moderne zwischen „Indigeneity“ und „Blackness“: Interamerikanische Vergleichspraktiken in Kulturproduktion, Sozialwissenschaft und Politik

Das Teilprojekt untersucht die in den Amerikas in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts neu entstehenden identitätspolitischen Vergleichspraktiken in Kulturproduktion, Sozialwissenschaft und Politik. Dabei interessieren vor allem die Vergleiche zweiter Ordnung: a.) Mit Rückgriff auf welche Vergleichshinsichten werden Individuen und Gemeinschaften verglichen? und b.) Durch die Verwendung welcher unterschiedlicher Hinsichten ergeben sich Inkommensurabilitäten oder fügen sich die in den Vergleichen auftretenden Ähnlichkeiten und Unterschiede zu einem kohärenten Gesamtbild, d. h. zu einem übergreifenden komplexen Vergleich auf der Grundlage von ‚Indigeneity‘ bzw. ‚Blackness‘, zusammen?

TP B03 || Kirsten Kramer personensuche-Icon / Walter Erhart personensuche-Icon
Weltvergleich und Weltwissen. Europäische Weltreisenarrative vom 18. bis zum 20. Jahrhundert

Das Projekt untersucht Praktiken des Vergleichens im Rahmen dokumentarischer und fiktiver europäischer Weltreiseliteratur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Von den vergleichenden Wissenschaften um 1800 bis zur Avantgarde-Literatur des 20. Jahrhunderts bilden die im Projekt untersuchten Weltreisenarrative ein privilegiertes Medium, in dem Vergleichspraktiken ein umfassendes Wissen über die Welt produzieren und verhandeln. In ihrer dokumentarischen, narrativen und ästhetischen Gestaltung übernehmen sie zentrale kulturelle Orientierungsleistungen, bringen zugleich jedoch die beunruhigende Dynamik der sich stets verändernden Welt der Moderne zum Ausdruck.

TP B04 || Raimund Schulz personensuche-Icon
Der Vergleich im ethnografischen Denken der Antike – Die Griechen (7.v. - 1. Jahrhundert n. Chr.)

Das TP fragt danach, welche Rolle Vergleichspraktiken im Rahmen des ethnografischen Denkens der Antike spielten. Es geht von der Hypothese aus, dass die Ausbildung von Vergleichspraktiken auf ein Zusammenspiel zwischen einer besonderen Disposition der Beobachtenden, einer Veränderung des außenpolitischen Umfeldes sowie einer sich wandelnden Publikumserwartung zurückzuführen ist. Im Zentrum steht die Frage, wie Vergleichspraktiken auf solche Konstellationen reagierten, entsprechende Deutungsdynamiken auch in anderen Wissenschaftsfeldern entfalteten und damit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis einer sich wandelnden Welt lieferten.

TP B05 || Ralf Schneider personensuche-Icon / Markus Hartner personensuche-Icon
Literarische Vergleichspraxis: Soziale Dynamiken und der Roman in Großbritannien im 18. Jahrhundert

Der englische Roman des 18. Jahrhunderts kann als Ort der Verhandlung gesellschaftlichen Wandels betrachtet werden, wobei explizite und implizite Vergleiche zwischen Figuren, die sowohl thematisch als auch durch erzählerische Mittel hergestellt werden, eine zentrale Rolle spielen. Entscheidend ist dabei, dass gesellschaftlich-diskursive Vergleichspraktiken nicht nur mit literarischen Mitteln thematisiert, kommentiert und bewertet werden, sondern dass literarische Figuren auch dem Aushandeln neuer Vergleichshinsichten dienen, welche ihrerseits in die Gesellschaft zurückwirken. Das TP untersucht dieses Ineinandergreifen literarisch-diskursiver und gesellschaftlich-diskursiver Vergleichspraktiken vor dem Hintergrund der Modernisierung der englischen Gesellschaft.

TP B06 || Ulrike Davy personensuche-Icon
Eliminierung von rassischer Diskriminierung: Die rechtliche Antwort der Staatengemeinschaft auf ausgrenzende Vergleichspraktiken

Das Teilprojekt untersucht die Entstehung der internationalen Normen gegen rassische Diskriminierung (International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination 1965) und ihre Anwendung durch den internationalen Kontrollausschuss. Das Projekt will sowohl nachweisen, dass die Normen auf die Delegitimierung bestimmter Vergleichspraktiken zielen, als auch zeigen, dass der Ausschuss bei der Identifikation der Vergleichspraktiken auf Praktiken des argumentativen Vergleichens zurückgreift. Das argumentative Vergleichen wird theoretisch reflektiert.

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