Teilprojekte des Projektbereichs C

TP C01 || Johannes Grave personensuche-Icon / Britta Hochkirchen personensuche-Icon
Bild-Vergleiche. Formen, Funktionen und Grenzen des Vergleichens von Bildern

Das Teilprojekt untersucht mit dem vergleichenden Sehen eine Praxis, an der sich besonders deutlich beobachten lässt, wie sehr das Vergleichen körperlich, materiell und kontextuell situiert ist. Im Zentrum steht das Anliegen, nach den Voraussetzungen, Leistungen, Implikationen und Grenzen des vergleichenden Sehens zu fragen. Indem sich das Projekt auf das 18. und frühe 19. Jahrhundert konzentriert, schärft es zudem den Blick für den historischen Wandel von Vergleichspraktiken. In Studien zur kennerschaftlichen Praxis des Vergleichens sowie zur Zusammenstellung von Bilderpaaren soll die Produktivität einer praxistheoretisch orientierten Erforschung von Vergleichen vor Augen geführt werden, die auf bisher übersehene latente Implikationen des Vergleichens aufmerksam machen kann.

TP C02 || Franz-Josef Arlinghaus personensuche-Icon / Walter Erhart personensuche-Icon
Nonkommensurabel? Das sich vergleichende Selbst in Vormoderne und Moderne (11. - 19. Jahrhundert)

Das Teilprojekt entfaltet eine Epochen übergreifende Paradoxie in der Erfahrung und Gestaltung von Subjektivität: Das Individuelle gilt als unvergleichlich und wird doch durch einen sozial-gesellschaftlichen Kontext des Vergleichens hergestellt. Autobiographische Texte bilden eine exponierte Form dieser grundlegenden, durch vielfältige historisch-narrative Operationen des Vergleichens evozierten und zugleich dargestellten Spannung. Das geschichts- und literaturwissenschaftliche Projekt verfolgt die dabei implizit und explizit zum Ausdruck kommenden Vergleichspraktiken exemplarisch an Texten des 11./12. und 19. Jahrhunderts.

TP C03 || Willibald Steinmetz personensuche-Icon
Vergleichsbegriffe. Historische Semantik des Vergleichens (16. - 20. Jahrhundert)

Das Teilprojekt untersucht die Semantik des Vergleichens für die europäische Neuzeit seit 1500. Dies geschieht auf drei Ebenen: einfache Bezeichnungen für das Vergleichen, explizite Definitionen des Vergleichens, Vollzüge von Vergleichen in Sätzen. Das Teilprojekt geht von der Hypothese aus, dass in der frühen Neuzeit Vergleiche in Form von Analogien zurückgingen, dagegen progressive, an das Modell des Wettbewerbs angelehnte Vergleiche zunahmen, schließlich in Reaktion darauf, etwa seit 1800, Behauptungen von Gleichwertigkeit trotz Differenz oder völliger Unvergleichbarkeit an Bedeutung gewannen.

TP C04 || Martin Carrier personensuche-Icon / Carsten Reinhardt personensuche-Icon
Vergleichshindernisse in den Naturwissenschaften und ihre Überwindung. Das Beispiel der Molekulargenetik

Das Teilprojekt untersucht die Rolle von Vergleichspraktiken bei der Gewinnung neuer Erkenntnisse und bei ihrer Einbindung in das System des Wissens. Ausgangspunkt ist die Beobachtung von Vergleichshindernissen, die sich im begrifflichen Wandel oder in der Entgegensetzung unterschiedlicher Denkansätze zeigen. Das TP fragt nach den Strategien zur Überwindung von begrifflichen und forschungspraktischen Vergleichshindernissen und rückt dabei eine Heuristik des Vergleichens in den Mittelpunkt, die die Nutzung von Metaphern und Analogien hervorhebt. Das Teilprojekt wird anhand einer Analyse der Entwicklung der Molekulargenetik im 20. Jahrhundert durchgeführt.

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